Tag 165 – Bangkok

Tag 165 – 16. November 2017, Don Mueang Airport, Bangkok

Happy Birthday

Ich sitze am Flughafen und warte auf Air Asia Flug FD 313 Bangkok – Kuala Lumpur. 56 Tage in Bangkok! Mein bisher längsterAufenthalt  an einem Ort liegt hinter mir. Der Abschiedfielmir wie alle Abschiede schwer, aber es macht es leichter, wenn man weiß, dass man in 5 Wochen zurück sein wird. Heute morgen hat mich Yael, meine Volunteer Kollegin mit einem Mini- Geburtstagskuchen überrascht und auch Mike, einer meiner Lieblings-Traveller gesellte sich dazu. Auch Mike kann sich nicht endgültig vom Been Hostel lösen und kehrt immer wieder zurück. Ich durfte meine obligatorische Geburtstagskerze auspusten und hoffe natürlich wie alle Geburtstagskinder, dass mein Wunsch in Erfüllung gehen wird. Danke Yael und Mike 😉


Als ich am 22. September in Bangkok ankam, dachte ich eigentlich, ich bleibe 7 – 10 Tage und ziehe weiter. Aber man kann das Been Hostel nicht einfach so verlassen. Die Atmosphäre, der lockere Umgang miteinander, die meist sehr entspannten Gäste und last but not least Abhi, der Inhaber machen es einem wirklich nicht einfach, hier wieder wegzugehen. Aber auch Bangkok, die dreckige, stickige, schwüle Stadt… sie ist einfach klasse. Ich habe 5  Anläufe gebraucht, um diese Stadt wirklich lieben zu können. Vielleicht liegt es daran, dass ich bisher immer nur für wenige Tage hier war, keine Ahnung. In „Hangover 2“ heisst es “Wenn Bangkok dich einmal hat…“. Und nun hat Bangkok mich-  und es lässt mich nicht mehr los…

Trotzdem muss Bangkok mich nun loslassen! Denn nach einem 30 days”on Arrival” und einer „30 days extension“ muss ich ausreisen, denn eine weitere Verlängerung meines Aufenthalts ist nicht mehr möglich. Wie du deinen Aufenthalt einmalig um 30 Tage verlängern kannst, kannst du übrigens hier nachlesen. Und so habe ich einige neue Hostels angeschrieben und schließlich eine Zusage in Kuala Lumpur/ Malaysia bekommen. Ich bin wirklich sehr gespannt, was mich dort erwartet. Ich werde übrigens in Kuala Lumpur ein 2- Monats- Touristenvisum für Thailand beantragen und Ende Dezember wieder nach Bangkok zurückkehren, um meinen wohlverdienten Urlaub mit meiner Freundin anzutreten. Urlaub???  Ja, du liest richtig…. auch ein Traveller braucht mal Urlaub  😀


Ich habe nach meinem Aufenthalt in Russland und der Mongolei tatsächlich eine Weile gebraucht, wieder der alte zu werden. Denn so doof es sich auch anhört, aber ich musste erst wieder lernen zu lächeln. Das fiel mir nach einigen Tagen in Bangkok auf, als mich die Leute anlächelten, ich das aber nicht erwiderte, weil mein Mißtrauen Fremden gegenüber einfach zu groß geworden und ich die letzen Wochen einfach recht schlecht drauf war. Wir passen uns unserer Umgebung tatsächlich mehr an, als wir uns das vorstellen können. Das habe ich auf meiner bisherigen Reise immer wieder festgestellt. Waren Menschen in meinem näheren Umkreis, die negativ waren, hat mich das angesteckt. Umgebe ich mich mit positiven Menschen, bin ich selbst auch viel positiver. In diesem Fall lag es aber eher an sehr anstrengenden 3 Wochen in der Mongolei und einer chaotischen Anreise nach Bangkok!

Und so wurde ich also Tag für Tag wieder lockerer, lächelte mehr und passte mich an die Freundlichkeit und Offenheit der Thais an. Am allermeisten hat sich allerdings mein Magen- Darm- Trakt gefreut, denn mit dem Essen in der Mongolei konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden. Es ging aber dann trotzdem doch noch einige Tage, bis alles wieder in Ordnung war und mein Magen sich wieder beruhigt hatte. Wie vor einigen Wochen schon geschrieben, habe ich hier mein Lieblings- Menü “CHICKEN RICE” in sämtlichen Variationen hoch- und runter gegessen- und NEIN, es hängt mir noch nicht zum Hals raus…. 🙂 Aber auch Phad Thai, ein klassisches Thailändisches Nudel- Gericht schmeckt einfach umwerfend gut. Restaurants? Nope, kein einziges Mal in 7 Wochen! Ich bin ein überzeugter “Street Food- Esser”!


Was mich am Aufenthalt im Been Hostel und in Bangkok so begeistert hat, war die Tatsache, dass ich wirklich viel ZEIT hatte! Auch wenn ich meinen Standort bisher nicht so oft gewechselt und in der Regel 2- 3 Wochen an einem Ort verbracht habe, war ich von diesem ständigen an- und abreisen doch irgendwie müde. Denn kaum gewöhnt man sich an einen Ort, geht es auch schon weiter. Neue Orte, neue Menschen, neue Kontakte.

Es gab also keinen Stress mehr keinen Zeitdruck, kein Hetzen, ich musste nicht wieder nach neuen Stellen suchen, nicht mehr recherchieren und für eine Weile endlich mal nichts mehr planen. Dieses “Runterfahren“ ist allerdings gar nicht so einfach, wenn man das jahrzehntelang gewohnt war und immer wieder erwischte ich mich dabei, in alte Verhaltensmuster zurückzukehren und mich selbst in Zeitdruck zu bringen. Mit der Zeit klappte es aber mit der Gelassenheit immer besser. Ich arbeitete also in meinen Schichten im Been Hostel, wies neue Volunteers ein, kümmerte mich um Sauberkeit und Einhaltung der Aufgaben und war eigentlich immer vor Ort. Hin und wieder war ich natürlich auch in Bangkok unterwegs, besuchte Märkte, war beim Thai Boxen oder auch mal bei einem Fussball- Spiel der Thai League und verbrachte einen klasse Abend mit “Tur Bo” und “Mira Bellenbaum”, die einige Tage in Bangkok verbracht haben.


Die Tätigkeit als Volunteer in einem Hostel ist sowieso ein 24/7- Job und es gibt niemals echten Feierabend. Wenn wir im Hostel sind, repräsentieren wir es- egal ob wir im Aufenthaltsbereich sind oder im Bett liegen. Wir, die Volunteers und der Inhaber, sind das Hostel und die Gäste bauen eine Beziehung zu uns auf. Am Ende zählt nur noch, wie wohl sie sich bei uns gefühlt haben- und das klappt nur dann, wenn sie auch uns mögen. Die Feedbacks im Gästebuch sind immer klasse und die Online Bewertungen liegen bis auf einige Ausnahmen zwischen 9 und 10 von 10 Punkten. Das Been Hostel gehört somit übrigens zu den am besten bewerteten Unterkünften in ganz Bangkok!


Wenn man nun so viel Zeit hat für sich selbst, kommt man irgend wann „auf dumme Gedanken“ und tut Dinge, für die man vermeintlich nie Zeit hatte. Denn nun zählte die Ausrede „ich habe doch keine Zeit, weil ich dies und jenes noch erledigen muss“ nicht mehr. Für mich bedeutete das, dass mir nun die Argumente ausgingen, nichts für meinen Körper zu tun und ich nun anfing, fast täglich im Lumphini Park joggen zu gehen und mich an den dortigen Fitnessgeräten fit zu halten.  Bei Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 75 – 95 % ist das eine recht schweißtreibende Angelegenheit, aber es macht Spaß

Anstrengend bei der Hitze


Irgendwann war Hiromi, eine junge Frau aus Japan in unserem Hostel, buchte eine Muay Thai Trainingsstunde und erzählte mir am Abend dermaßen begeistert davon, dass ich mir dachte „ok, das muss ich unbedingt probieren!“ Das war also der Start für meine „Karriere“ als Muay Thai Fighter in Bangkok 😀 😀 😀 Ich musste natürlich wie immer übertreiben und buchte direkt 20 Trainingseinheiten, von denen ich bis zum heutigen Abflug nach Kuala Lumpur 10 absolviert habe und keine der schmerzhaften und schweißtreibenden Minuten bereue! Jedem, der nur einigermaßen Gefallen an Sport findet und genug Zeit mitbringt, kann ich nur empfehlen, das mal zu probieren! NO PAIN, NO GAIN!

Die restlichen 10 Trainingseinheiten werde ich übrigens im Januar, nach meinem “Urlaub” absolvieren …. 🙂

Selbstverständlich habe ich auch nach Gyms in Kuala Lumpur recherchiert, Kontakt aufgenommen und wurde freundlich zu einem Testtraining eingeladen. Mal sehen, was da auf mich zukommt…

Bis bald 😉

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Hey Vic,
das klingt nach einer tolle Zeit, die du verbracht hast. Muss mir direkt mal das Been Hostel anschauen, vielleicht ist das ja was für meinen Aufenthalt 😉

Eine Frage habe ich: Du fragst einfach bei Hostels an, ob du als Volunteer arbeiten kannst? Wie gehst du da vor?

Viele liebe Grüße
Magdalena