Tag 338 – Sydney

Tag 338 – 08. Mai 2018, Flughafen Sydney/ Australien
Noch 7 Stunden bis zum Abflug. Zurück in meine Lieblingsstadt Bangkok, mit einem Zwischenstopp in Singapur. Fast 5 Wochen Australien liegen hinter mir. Weitere 47 Tage meiner Reise noch vor mir, dann geht es zurück, nach Hause.  Nach Hause? Yep! Vor einiger Zeit habe ich einen Flug gefunden: Singapur – Berlin für unschlagbare 110,-€ und musste einfach zuschlagen. Es ist kein Ende der Reise- lediglich eine Unterbrechung– eine Art “Heimaturlaub” auf unbestimmte Zeit… Ich hatte ein Ziel. Ich wollte mindestens 1 Jahr lang unterwegs zu sein und diese Ziel habe ich somit erreicht. Endlich nach Hause? Keine Ahnung, ob es ein “endlich” ist. Ich freue mich natürlich- auf meine Freundin, meine Familie, meine Freunde, meine gewohnte Umgebung, an die ich mich 42 Jahre lang gewöhnt habe und sie “Heimat” nenne.  Ich freue mich auf meine Fussballerkollegen, denen ich bald wieder ans Schienbein treten kann. Auf blaue Flecken und Muskelkater. Ich freue mich auf einen echten Döner, meine Shisha, saubere Toiletten, bequeme Betten, hygienisch zubereitetes Essen, einfach auch auf PRIVATSPHÄRE…. es gibt so viele- meist kleine- Dinge, die für mich so selbstverständlich waren, dass ich niemals daran gedacht hätte, wie es ist, wenn ich sie nicht mehr habe.

Worauf ich mich NICHT freue, ist die Routine, das “9-5-2-System”: 9 Stunden Arbeiten, 5 Tage die Woche, 2 Tage frei- und wieder von vorne 9-5-2, 9-5-2, 9-5-2. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr, mit einigen Ausbrüchen in den wohlverdienten Jahresurlaub. Für den ist man aber nach den ganzen Vorbereitungen, Vertretungsregelungen, Vorarbeiten und Planungen mehr als reif. Und wenn man zurück kommt, wird man wieder überschwemmt mit Informationen- was ist gelaufen, was ist nicht gelaufen, was lief gut, was lief schief, was gibt es abzuarbeiten, was ist liegen geblieben… Und wieder 9-5-2! Bis zum nächsten Urlaub! Und selbstverständlich immer “schneller – weiter – höher”! Abläufe optimieren, so lange bis es nichts mehr zum Optimieren gibt. Um Zeit zu sparen. Zeit wofür? Es ist Zeit, die man in neue, andere Projekte investiert oder sonstwofür. Aber definitiv nicht, um diese Zeit für sich selbst zu nutzen. ZEIT! Wir rennen ihr hinterher, wir haben nie ZEIT. Das ist sie- unsere “zivilisierte Welt”. Ein ständiger Wettlauf gegen die Zeit, den wir niemals gewinnen können….
Ich habe in diesem Jahr sehr viel gelernt, gesehen und mich weiterentwickelt. Für einen Rückblick ist es allerdings im Moment noch zu früh. Ich werde ein Fazit ziehen, wenn ich Ende Juni wieder in Deutschland bin.

Hinter mir liegen 5 Wochen Australien. Eine aussergewöhnliches und wirklich riesiges Land der Superlativen! Es ist in vielen Punkten durchaus mit Europa vergleichbar, allerdings sind die Menschen hier viel offener, zuvorkommender und definitiv entspannter, als in Deutschland und auch die Australier lieben Bier, obwohl es – wie eigentlich alles hier – sehr teuer ist! Ich habe bei meinem Aufenthalt in Australien den ein oder anderen “Mate” getroffen, der ganz klar deutlich mehr Bier, als Wasser trinkt 😯 … Nach meinem 7- tägigen Roadtrip von Perth nach Melbourne bin ich nach Sydney geflogen, weil mein Relocation- Fahrzeug kurzfristig gecancelt wurde und ich kein anderes gefunden habe.
Von Sydney ging es dann per Zug und Bus nach Bathurst zu Carina, wo ich die meiste Zeit als Babysitter verbracht. Richtig gelesen: Babysitter! Tiana, meine zweijährige Enkelin ( ach du sch…! Der Typ ist auch noch Opa… 😛 ) hat “Bobby” (das bin ich) die ganze so richtig auf Trab gehalten.  Zwischendurch war ich auch in Wyangala, einem Ort irgendwo in der Australischen Pampa, wo ich mich selbst weit ausserhalb der europäischen Komfortzone austoben konnte. Tiana die meiste Zeit an meiner Seite, Mitten unter Australiern, deren Slang ich nach 5 Wochen zwar besser verstehe, aber noch viel zu oft freundlich genickt habe, ohne zu wissen, was man mir eigentlich soeben gesagt hat. Wassermangel nach zu langer Trockenzeit, Staub, der überall zu sein scheint, Kängurus, Füchse, Adler, Schlangen, Riesenspinnen, Schafe, wohin man schaut, Motorrad fahren, Angeln– das ist Alltag in Wyangala! Und vor allem ticken die Uhren hier anders. Stress? Zeitdruck? kennt hier niemand. Man nimmt so wie es kommt. Was heute nicht erledigt wird, wird morgen auch nicht weglaufen…

Wie es nun weitergeht? Ich treffe Carina und Enrico (jeweils mit Begleitung) und Nervensäge Tiana in Thailand, wir verbringen einige Tage zusammen und wenn alle wieder nach Hause fliegen, habe ich noch 3 Wochen Zeit, mich auf meine Rückkehr nach Deutschland vorzubereiten. Wie genau, darüber berichte ich dann…


Nachfolgend einige Impressionen aus Australien. Die gesamte Bildergalerie findest du hier

 


 

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