Tag 385 – Singapur

Tag 385 – 23. Juni 2018, Changi Airport Singapur. Mein letzter Tag!  

Noch 3 Stunden bis zum Boarding. Ich sitze schon wieder bei Starbucks, diesmal in Singapur am Flughafen. Ja, ich weiß… Starbucks ist teuer und gehört seit Neuestem auch noch zum Nestlé- Konzern, der ja einen nicht besonders guten Ruf hat. Es ist in Südostasien immer noch recht schwer, einen guten Kaffe zu finden. Und ich bin immer noch kein Freund von Instant Kaffee. In Kuala Lumpur habe ich mir meinen Kaffee in der Regel bei einer anderen Kette geholt. Morgen Abend bin ich zuhause- und dann beteilige ich mich wieder am Boykott, versprochen… 


Zum Abschied Regen

Heute morgen bin ich von Kuala Lumpur nach Singapur geflogen. Der 27. und vorletzte Flug in den zurückliegenden 12 Monaten. Mein 28. und letzter Flug wird mit 13 Stunden nonstop von Singapur nach Berlin auch der mit Abstand längste Flug meiner Reise sein- und davor graust es mich schon. Immerhin habe ich beim Check-In einen auf klaustrophob gemacht, um einen Sitzplatz am Gang im vorderen Teil des Fluges  gebeten und diesen auch bekommen. Aber ganz im Ernst: nur der Gedanke daran, 13 Stunden lang zwischen zwei fremden Menschen in der Economy- Class eingeklemmt zu sein, kann einem wirklich Platzangst bereiten!!! Warum ich keinen Online Check in gemacht und den Platz nicht selbst reserviert habe? Ganz einfach: Budgetflüge sind super günstig, aber man muß für jede zusätzliche Dienstleistung draufzahlen. Dazu gehört beispielsweise auch die Sitzplatzreservierung. Und so habe ich mit einer klitzekleinen Notlüge kostenlos einen Platz bekommen, den ich sowieso gebucht hätte  😆

Budgetflüge bedeuten auch, dass man in der Regel nur mit Handgepäck fliegt und zusätzliches Gepäck einen Aufpreis kostet. Auf innerthailändischen Flügen lagen die Zuzahlungen meist um die 10,-€, was man ja durchaus verkraften kann. Bei Interkontinentalflügen sieht es da schon ganz anders aus. In meinem Fall hätte ich für aufzugebendes Gepäck etwa 70,-€ und für zusätzliches Handgepäck rund 50,-€ drauflegen müssen. Immerhin sind bei Scoot 10 Kilogramm an Handgepäck erlaubt- 7 kg Handgepäck und 3 kg Notebook. Hört sich nach wenig an? Yep! Das ist in der Tat sehr wenig und so beginnt das Umpacken, Aussortieren, Wiegen, wieder Einsortieren, Nachwiegen schon am Vortag und kostet in der Regel den ein oder anderen vermeintlich unnötigen Ballast. So musste ich mich gestern zum Beispiel unter Anderem von meinem treuen Reisekamm und meiner geliebten Jeans trennen, die mich ein Jahr lang begleitet hat. Ein Riss am Knie machte sie eher unansehnlich und meine Rettungsaktion, mit einem Küchenmesser eine modische Short daraus zu machen, ging im wahrsten Sinne des Wortes so richtig „schief“. 

Mit mehreren Lagen T- Shirts, Sweatshirts und allem möglichen am und um den Körper stand ich heute morgen also beim Check-In und wurde- wen wundert´s- nicht mal nach dem Gewicht meines Gepäcks gefragt. In einer ähnlichen Situation befand ich mich dann später nochmal beim Boarding, denn auch dort wird bei Budgetflügen gelegentlich das Handgepäck der Passagiere überprüft und gewogen. Aber auch hier hatte ich Glück und es gab keinerlei Kontrollen. Wir sprechen hier wohlgemerkt von „nur“ etwa 2 kg Übergewicht (also insgesamt 12 statt 10 kg); aber selbst das verschafft mir regelmäßig einen erhöhten Puls. Mal sehen, ob ich auch bei meinem letzten Flug ungeschoren davonkomme….


28 Flüge in 12 Monaten: kling nach viel, ist es auch. Allerdings sind die Flüge in Südostasien oft einfach dermaßen günstig, dass es sich kaum lohnt, mit dem Zug oder Bus zu fahren. Zum Teil waren Flüge sogar günstiger, als etliche Stunden auf der Landstraße oder auf Schienen zu verbringen. Ich hatte zum Beispiel heute Morgen die Wahl zwischen 6 Stunden Busfahrt mit einer ungewissen Wartezeit am Grenzübergang von Malaysia nach Singapur und der Gefahr, zu spät am Flughafen anzukommen und einem einstündigen Flug. Der Bus kostet 15,-€, der Flug 27,-€ und die Entscheidung fiel selbstverständlich auf den Flug. Hinzu kommt, dass man an Ende seiner Reise nicht wirklich Lust hat, weitere Stunden in Bussen zu verbringen. Ich finde, ich hatte mehr als genug im letzten Jahr und 11 weitere Stunden Flix- Bus von Berlin nach Kehl warten morgen auch noch auf mich…  Dass das wenig mit Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit usw. zu tun hat, ist mir bewußt, aber jeder, der anderer Meinung ist, hat das volle Recht, seine Routenplanung entsprechend umweltverträglicher zu gestalten  😉 …

Übrigens ist Changi, Singapurs internationaler Flughafen der wohl beste Airport, an dem ich bisher war. Es gibt hier eine schier überwältigende Vielzahl an Möglichkeiten, seine Wartezeit zu verbringen. Ob Kino, Schmetterlingpark, eine kostenlose Stadtrundfahrt, Kinderspielplätze, ein Schwimmbad mit Spa- Bereich, unzählige Shoppingmöglichkeiten und vieles mehr. Langweilig wird dir hier bestimmt nicht….

Shopping Shopping Shopping

“Faszination Südostasen” hat einen ausführlichen Bericht über den Flughafen Changi geschrieben. Du findest ihn hier

Noch 2 Stunden…..


 

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