Istanbul – Türkei´s Metropole am Bosporus 

Man hört und liest viel in den Medien, wie schlecht und gefährlich es in der Türkei doch sein soll. Man wäre in steter Gefahr, grundlos verhaftet oder zurückgeschickt zu werden, überall würden Attentäter warten und so weiter. Aus meiner Erfahrung kann ich das überhaupt nicht bestätigen. In 5 Wochen hatte ich selbst kein einziges Mal das Gefühl, in Gefahr oder der Willkür der türkischen Behörden ausgesetzt zu sein und habe auch nichts derartiges mitbekommen. Aber auch das muß jeder für sich selbst entscheiden…

Istanbul

Die größte und mit Sicherheit auch die außergewöhnlichste Stadt der Türkei. Sie ist die bevölkerungsreichste Stadt des Landes und gleichzeitig das Kultur- und Wirtschaftszentrum. Das städtische Siedlungsgebiet mit einer recht hügeligen Fläche von 1.830,92 km² verzeichnet derzeit offiziell rund 14 Millionen Einwohner und nimmt somit den vierten Platz unter den bevölkerungsreichsten Städten der Welt ein. Zwei große Flughäfen, zahlreiche Fernbusbahnhöfe, ein zentraler Kopfbahnhof und ein ausgeprägtes Schiffsverkehrsnetz machen Istanbul zum größten Verkehrsknotenpunkt des Landes, dessen Transitlage zwischen zwei Kontinenten und zwei Meeren zudem eine wichtige Station für die internationale Logistik ist.

 

Eine Fahrt über den Bosporus

 

Die 3 großen Stadtgebiete

 

Vereinfacht lässt sich Istanbul in drei große Stadtgebiete einteilen 

  • Die historische Halbinsel – gleichzeitig ehemaliges Konstantinopel im südlichen Bereich der europäischen Seite. Entlang des Marmarameeres befinden sich neue Wohn- und Gewerbebetriebe, die inzwischen sogar bis über den Flughafen hinaus weit nach Westen reichen.
  • Das westlich geprägte Beyoğlu auf dem nördlichen Teil der europäischen Seite. Es erstreckt sich in einer Linie von ehemaligen Fischerdörfern wie Ortaköy und Bebek entlang der Küste am Bosporus. Hier errichteten wohlhabende Istanbuler noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts luxuriöse Holzvillen „Yalı’s“, die ihnen als Sommerwohnsitz dienten. Auch hier am Bosporus wurde die Bebauung nach Westen vorangetrieben. Bedingt durch das starke Wachstum Istanbuls seit den 1970er Jahren machen den größten Teil der europäischen Stadtfläche oberhalb der ersten und zweiten Bosporus Brücke heute die modernen, im Hinterland entstandenen Stadtteile aus, die zu gewaltigen Geschäfts- und Finanzzentren ausgebaut wurden.
  • Die auf der asiatischen Seite liegenden Stadtteile Üsküdar und Kadıköy, einst als „Land der Blinden“ geltend und ursprünglich selbstständige Städte, sind heute vor allem Wohn- und Geschäftsviertel, in denen etwa ein Drittel der Istanbuler Bevölkerung lebt. Mit dem Bau der beiden Bosporus- Brücken 1973 und 1988 gab es stetig weiteren Zuwachs an Siedlungen. Entlang des Bosporus und dem Marmarameer wurden hier großflächig bis ins asiatische Hinterland neue Stadtteile und -viertel erschlossen, sogenannte „Gecekondus“.

 



5 Fa
kten zu Istanbul

  • Istanbul ist elftgrößte Stadt der Welt
    Man kann sagen, dass Istanbul seine Einwohner in den letzten fünfzig Jahren wohl mehr als verzehnfacht hat. Inoffiziell sind die Zahlen von heute recht schwammig. Man schätzt sie auf rund 17 Millionen. Von den gemeldeten knapp 14 Millionen Einwohnern lebt der Großteil auf der europäischen Seite. Die Metropole ist damit die elftgrößte Stadt der Welt. In Europa ist sie sogar zweitgrößte Stadt und folgt damit direkt auf das Stadtgebiet Moskaus. 
  • Eine Stadt auf zwei Kontinenten, eingeschloßen zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer
    Istanbul ist die einzige Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt. Folglich gibt es keine europäische Stadt, die näher an Asien liegt, und auch keine asiatische Stadt, die näher an Europa liegt, als die türkische Metropole. Das historische Zentrum von Istanbul liegt übrigens auf europäischer Seite. Die Grenze zwischen asiatischem und europäischem Kontinent bildet der Bosporus, der schon in der Vorzeit wichtigster Handelsweg der Metropole war. 
  • Namenswechsel von Konstantinopel zu Istanbul
    330 nach Christus hatte der römische Kaiser Konstantin das heutige Gebiet von Istanbul zu seiner Hauptresidenz gemacht und nach dem spätantiken Vorbild Roms auf das fünffache der bisherigen Größe ausgebaut. Nach Konstantins Tod nannte man die Stadt aus diesem Grund Konstantinopel. Nach der osmanischen Eroberung um 1450 war die Stadt bald unter dem Namen Istanbul bekannt. Nachdem sie bis 1930 in jeder Sprache und jedem Dialekt anders bezeichnet wurde, führten die türkischen Behörden dann den einheitlichen Namen Istanbul ein. Um diesen auch möglichst bald durchzusetzen, wurden fortan angeblich Postsendungen mit einer anderen Bezeichnung schlicht und einfach an den Absender zurückgeschickt.
     
  • Auf sieben Hügeln erbaut
    Um die Zugehörigkeit zum Römischen Reich zu unterstreichen, wurde ab dem 10. Jahrhundert behauptet, Konstantinopel sei wie Rom auf sieben Hügeln erbaut worden. Da diese Hügel allerdings nur zwischen 40 und 70 Metern hoch sind, wird das oft angezweifelt. Tatsache ist jedoch, dass auf jedem dieser Hügel zumindest eine Moschee steht.
     
  • Über 3000 Moscheen und eine neue Moschee der Superlative!
    Istanbul verfügt derzeit über 3.113 Moscheen für ihre gläubige Bevölkerung. Darunter befinden sich auch international bekannte, historische Bauten wie die Blaue Moschee und die Süleymaniye- Moschee, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Demnächst wird auf dem Hügel Camlica auf dem asiatischen Teil der Stadt eine Moschee der Superlative stehen. Mit Platz für bis zu 50.000 Menschen. Sie soll die höchsten Minarette der Welt bekommen, vier Stück – jeweils 107,1 Meter hoch. Dazu zwei weitere mit jeweils 90 Metern Höhe. “Camlica Moschee” nennen sie die Menschen bisher. Ihr richtiger Name ist noch nicht bekannt. Es gibt 40 Kirchen, darunter Katholische, Evangelische, Orthodoxe, Armenische, Protestantische und Syrische Kirchen, die von den einheimischen Gemeinden der Christen genutzt und betrieben werden und 16 Synagogen.
     


Verkehr

Istanbul ist eigentlich ein einziger grosser Stau, ein absolutes Chaos. Wer hupt hat Vorfahrt, wer bremst, verliert. Ich würde daher jedem raten, eine „Istanbul-Kart“ zu kaufen, da die Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive der Fähren zwischen Asien und Europa) damit schnell und zu einem günstigeren Preis bezahlt werden können. Und spätestens nachdem ihr euch am ersten Tag die Beine in den Bauch gelaufen habt, werdet ihr garantiert darüber nachdenken, möglichst oft die Tram zu nutzen. Man kann entweder pro Person eine Karte kaufen (Pfand: 6 TL) oder man kauft eine für alle, lädt sie an den Automaten auf und benutzt sie für mehrere Personen, was aus meiner Sicht aber zu kompliziert ist und es die Umsteigerabatte nur ein Mal gibt. Eine Fahrt mit der Metro Kart kostet 2,60 TL, für Umsteigeverbindungen 1,85 TL (3 TL für die Fähre nach Asien), kauft man Einzelfahrscheine kostet die Fahrt jeweils 4TL. 

Istanbul Metro Map

Noch nie Metro gefahren und Bedenken? Kein Problem, glaubt mir! Die Orientierung mit der Metro und der Tram ist auch für unerfahrene Metrofahrer recht einfach. Wichtig ist es, bereits bei Ankunft in Istanbul türkische Lira dabei zu haben (oder am Airport zu wechseln), da man die Tickets nur in bar in der Landeswährung bezahlen kann. Kaufen und aufladen kann man die Karte an Automaten, die in mehreren Sprachen bedient werden können.

Die Übersichtskarte der Istanbul Metro und Tram findest du HIER.



Anreise

Man kann nach Istanbul per Auto, Bus oder Bahn reisen, die schnellste und unkomplizierteste Art ist aber per Flugzeug. Viele deutsche Flughäfen steuern Istanbul direkt oder mit Zwischenlandung an und man kann ausserhalb der Hauptsaison, die im Juli und August ist, das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Der billigste Flug, den ich gebucht hatte, lag bei 98,-€ für einen Hin- und Rückflug im November. In der Hauptsaison liegen die Flüge bei etwa 180 – 400,- €, je nachdem wann man bei welcher Airline bucht. Mein absoluter Favorit bei der Flugsuche ist übrigens Skyscanner. Kayak ist meiner Meinung nach auch eine sehr gute Alternative.

Es gibt 2 internationale Flughäfen in Istanbul: einen auf der europäischen Seite, den Atatürk– Flughafen und einen auf der asiatischen, den Sabiha- Gökçen Flughafen. Beide Airports haben einen Metro- Anschluß, jedoch ist der Atatürk Airport deutlich einfacher zu erreichen, da er wie die touristischen Spots auf der europäischen Seite der Stadt liegt.

 

ISTANBUL ATATÜRK (IST)

Der nach Mustafa Kemal Atatürk benannte Flughafen Istanbul-Atatürk ist der größte internationale Verkehrsflughafen der Türkei und liegt auf dem europäischen Teil der Stadt, etwa 24 km südwestlich der Stadtmitte. Er zählt zu den größten Flughäfen in Europa.

Die Fahrt mit der Metro dauert etwa 50 Minuten und kommt auf 8 TL (5,60, wenn man die Metro Kart hat). Geht am Airport in die unterste Etage und folgt dem Metro- Symbol und denkt daran, die Metro-Kart zu kaufen oder aufzuladen. Steigt dort in die ROTE Linie ( es gibt am Airport nur eine). Da der Flughafen gleichzeitig Endstation ist, braucht ihr euch um die Fahrtrichtung keine Gedanken zu machen. Umsteigen auf die blaue Linie T1 in Fahrtrichtung Kabatas., die euch ins Zentrum bringt, könnt ihr entweder an der Haltestelle Zeyitinburu oder Aksaray

Der Havabüs Shuttle Service bringt euch in etwa 40 – 60 Minuten nach Taksim. Jede halbe Stunde zwischen 04:00 Uhr und 01:00 Uhr fährt ein Bus in beide Richtungen. Kosten: 11 TL pro Fahrt.

Eine Taxifahrt dauert abhängig vom Verkehr etwa 45 – 90 Minuten und kostet etwa 50 – 60 TL.

 

SABIHA GÖKÇEN (SAW)

Der Flughafen ist benannt nach Sabiha Gökçen, Adoptivtochter von Atatürk, der ersten Kampfpilotin dieser Welt. Er wurde gebaut, um den Flughafen Istanbul-Atatürk auf der europäischen Seite zu entlasten. Vor allem Low-Cost-Carrier und Charterfluggeselleschaften nutzen diesen Flughafen. Der Airport ist etwas komplizierter zu erreichen und die Fahrt dauernd entsprechend länger. Rechnet mit etwa 1,5 – 2 Stunden Fahrtzeit bis Istanbul Zentrum.

Von Sabiha aus fahren die Buslinien E10 und E11 oder die Metro-Linie M4 nach Kadiköy. Hier könnt Ihr auf die Fähre zum europäischen Teil (Karaköy, Eminönü, Kabatas, Besiktas) der Stadt umsteigen. Beide Busse fahren alle 20 Minuten vom Flughafen ab und sind abhängig vom Verkehr mindestens 60 Minuten unterwegs. Plant deutlich mehr Zeit ein, wenn ihr auf dem Rückweg pünktlich und stressfrei am Airport ankommen möchtet. Die Schiffsfahrt mit der Fähre bietet euch übrigens ein fantastische Sicht auf alle Stadteile rund um den Bosporus.

Wesentlich komfortabler ist der HAVATAŞ Shuttle, der den Airport mit Taksım (der neuere, modernere Teil Istanbuls) beinahe rund um die Uhr nonstop verbindet. Die weißen Busse von Havatas fahren alle 30 Minuten vom Istanbul Sabiha Gökcen Airport und den Gebieten Taksim und Kadiköy ab. Die Fahrtzeit beträgt durchschnittlich 1 Stunde und 30 Minuten.

Die einfachste, aber teuerste Variante ist das Taxi, das etwa 90 – 100 TL kostet. Die Fahrtzeit ist auch hier verkehrsabhängig und kann 1,5 – 2 Stunden dauern.



Unterkünfte

Es gibt in Istanbul unzählige Hotels, Hostels und Pensionen in den unterschiedlichsten Klassen, je nachdem wie ihr unterwegs seid, was ihr erleben und sehen wollt und welches Budget euch zur Verfügung steht. Ich schaue immer bei Airbnb, hotels.com oder booking.com, aber es gibt auch natürlich unzählige andere Seiten im Netz, auf denen ihr günstige Schnäppchen machen könnt.  Wollt ihr näher an der traditionellen Altstadt, dem Grand Bazar, der Blauen Moschee und der Hagia Sophia sein, bucht eine Unterkunft in der Istanbuler Altstadt Sultanahmet. Zieht es euch eher in die moderne und europäische Welt mit Bars, Clubs und den Europäischen Marken, sucht euch etwas in „Neu Istanbul“ also Taksım bzw. Galata.

Für die Budget Traveller unter Euch kann ich als absoluten Geheimtipp das „mansion by cheers“ Hostel empfehlen, in dem ich einige Zeit als Volunteer war. Es liegt unterhalb der Blauen Moschee, ihr bekommt jede Menge Insidertipps, das Team veranstaltet regelmässig verschiedene Unternehmungen und im Eingangsbereich treffen sich Traveller aus aller Welt. Allzu viel Luxus dürft ihr in einem Hostel natürlich nicht erwarten, aber ich finde, das Preis- Leistungs- Verhältnis ist angemessen. Richtet Emre, dem Inhaber, beste Grüße von Viktor aus, er wird sich freuen. 

 



Sehenswürdigkeiten  

Egal, wie oft ihr in Istanbul seid, wie lange euer Aufenthalt ist- ihr werdet Mühe haben, wirklich alles zu sehen. Selbst ich, der jetzt mittlerweile 5 mal in Istanbul war und dort auch gearbeitet hat, bin noch sehr weit davon entfernt, mich auch nur annähernd als Insider zu fühlen. Hier also mal eine kleine Auswahl an Orten und Sehenswürdigkeiten, über die man als Istanbul- Reisender erzählen könnte:

  • Die Blaue Moschee (Sultan-Ahmed-Moschee)
Die Blaue Moschee

Die Sultan-Ahmed-Moschee (türkisch Sultan Ahmet Camii) wurde 1609 von Sultan Ahmed I. in Auftrag gegeben und bis 1616, ein Jahr vor dem Tod des Sultans erbaut. In Europa kennt man sie als Blaue Moschee wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren, aber jünger als der Bau selbst sind. Die Moschee hat sechs Minarette; nur die Prophetenmoschee in Medina mit 10 und die Hauptmoschee in Mekka mit 9 Minaretten haben mehr Minarette als die Sultan-Ahmed-Moschee. Gemäß Hofchronisten hatte der Sultan bei der Auftragsvergabe vom Architekten verlangt, die Minarette zu vergolden. Da das aufzuwendende Blattgold aber das ihm vorgegebene Budget vollkommen überschritten hätte, „verhörte“ sich Mehmet Ağa und machte aus dem türkischen Wort altın („Gold“) die Zahl altı („sechs“). Man sagt, diese „Ausrede“ habe ihm den Kopf gerettet…

 

  • Hagia Sophia (türkisch Ayasofya)
Die Hagia Sophia

Die Hagia Sophia (vom griechischen γία Σοφία „heilige Weisheit“) oder Sophienkirche ist eine ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde und heute als Museum (Ayasofya Camii Müzesi, „Hagia-Sophia-Moschee-Museum“) genutzt wird. Der Eintritt kostet 40 TL. Die Museumsgänger unter Euch können sich den Museum Pass  für 85 TL besorgen und haben kostenlosen Zutritt zu den Istanbul Museen (OHNE Warteschlangen). Erhältlich ist der Pass unter anderem im Topkapı-Palace.

 

  • Topkapı-Palace 
Das Eingangstor des Topkapi Palace

Der Topkapı-Palast (osmanisch Topkapı Sarayı, „Kanonentor-Palast“) war jahrhundertelang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches und ist ein Wahrzeichen Istanbuls. Mit seinen Kuppeln und Türmchen, verschachtelten Innenhöfen und Pavillons und vor allem mit seinem Harem beflügelt er die Fantasie der Besucher sei Langem. Mehr als drei Millionen Touristen aus aller Welt besichtigen alljährlich den 600 Jahre alten Sultanspalast; nach der Hagia Sophia ist er die beliebteste Touristenattraktion in der Türkei. Kostbare Schätze und heilige Reliquien werden in seinen Mauern aufbewahrt und ausgestellt, darunter ein Haar aus dem Bart des Propheten Mohammed sowie sein Schwert und ein Wanderstab von Moses. Der Eintritt kostet 40 TL, sowie zusätzlich 25 TL für den „Harem“ bzw. kostenlos mit dem Museum Pass.

 

  • Grand Bazar
Eine der vielen Seitengassen des Grand Bazar

Der Kapalı Çarşı (osmanisch „überdachter Markt“), im Deutschen „Großer Basar“ oder „Großer gedeckter Basar“ genannt, ist ein Geschäftsviertel im Stadtviertel Beyazıt. Er erstreckt sich über 31.000 m² und beherbergt rund 4000 Geschäfte mit den verschiedensten Angeboten. Angelegt wurde er im 15. Jahrhundert unter Sultan Mehmet Fatih nach der Eroberung Konstantinopels. Wie bei Basaren üblich, sind die Geschäfte im Großen Basar nach Branchen sortiert, was häufig auch an den Straßennamen zu erkennen ist (z. B. bei der Halıcı Sokağı, der Teppichhändlerstraße und bei der Sahaflar caddesi, der Antiquitätenhändlerstraße).

HANDELT, was das Zeug hält! Seid ihr mit einem Preis nicht einverstanden, geht einfach. Oft rufen euch die Händler niedrigere Preise hinterher und man kann garantiert das ein oder andere Schnäppchen machen. Achtung: Der Grand Bazar ist sonntags geschlossen. Beachtet das bei Eurer Planung.

Tipp: Verlässt man den Grand Bazar über einen der Nebenausgänge und bewegt sich immer bergab, findet man sich schnell einem einem unüberschaubaren Labyrinth von kleinen Gassen wieder, in denen es vor Händlern und Kunden nur so wimmelt. Irgendwann erreich man bergabwärts den Stadtteil Eminönü mit einem kleinen Hafen, von dem aus die Fähren nach  Asien starten und die blaue Tramlinie T2 hält. Ihr könnt euch nicht verlaufen. Geniesst den außergewöhnlichen Flair dieses wuseligen Viertels.

 

  • Süleymaniye-Moschee
Eine der vier Minarette der Süleymaniye-Moschee

Die Süleymaniye-Moschee (türkisch Süleymaniye Camii) ist eine der großen Moscheen in Istanbul. Sie wurde im Auftrag von Sultan Süleyman dem Prächtigen in einer sehr kurzen Bauzeit zwischen den Jahren 1550 und 1557 erbaut und ähnelt in ihrer Bauweise der Blauen Moschee. Im Park neben der Moschee hat man einen sensationellen Ausblick auf das Goldene Horn von Istanbul, Neu- Istanbul und die Asiatischen Stadtteile. Viele Touristen zieht es gegen Sonnenuntergang auf den Hügel, zur Moschee und den vielen Bars mit ihren Dachterassen, um den unvergesslichen Blick  auf die andere Seite der Stadt zu geniessen.

Tipp: direkt neben der Moschee gibt es eine Reihe von Restaurants, in denen man zu angenehmen Preisen mittags ein traditionelles türkisches Gericht namens Kuru Fasülye Pilav, ein weisser Bohneneintopf mit Reis geniessen kann. Ihr mögt keinen Bohneneintopf? Ich auch nicht, aber Kuru Fasülye Pilav ist wirklich was Besonderes!!!

 

  • Eminönü und der Spice Bazar (Ägyptischer Bazar)

    Getrocknete Blüten auf dem Ägyptischen Bazar

Eminönü und den Spice Bazar erreicht ihr entweder wie oben erwähnt zu Fuß oder per Tramlinie T2 „Eminönü“. Der Mısır Çarşısı („Ägyptenbasar“, auch als Ägyptischer Basar und Gewürzbasar bekannt) ist ein überdachter Bazar direkt neben der großen Moschee am Hafen. Der Grundriss ist L-förmig, im Inneren liegen befinden sich eta 100 Geschäfte. Hier findet ihr überwiegend Gewürze, aber auch Textilwaren und Souvenirs. Wie überall in Istanbul gilt auch hier: handeln handeln handeln!

 

  • Taksım und Galata Tower
Seitengasse in der Nähe des Taksim Platzes

Der Taksim-Platz (türkisch Taksım Meydanı) ist ein zentraler Platz und Verkehrsknotenpunkt im europäischen Teil der türkischen Metropole Istanbul, gelegen im Stadtteil Beyoğlu und ist Ausgangs- oder Haltepunkt verschiedener Buslinien. Außerdem befindet sich hier seit Juni 2006 die Bergstation der unterirdisch verlaufenden Standseilbahn Kabataş—Taksim, die eine Verbindung zu den Bosporusfähren und der am Bosporusufer verlaufenden Straßenbahnlinie T2 herstellt. Die bergab verlaufende Straße der Unabhängigkeit (İstiklal Caddesi) ist eine lange, sehr europäisch geprägte Einkaufsmeile mit Läden verschiedener internationaler Filialketten und man kann hier die neueste aktuelle Mode kaufen. Abends und nachts öffnen die unzähligen Bars und Diskotheken und man kann bis zum Morgengrauen feiern und Spaß haben. Am Fußende, kurz vor der Tram Station …. kommt ihr an den Galata Tower. 

Der 67m hohe Galata Tower

Das Gebäude, das sich 48 m über dem Meeresspiegel befindet, misst bis zu seiner kegelförmigen Spitze 67 m und dominiert das Nordufer des Goldenen Hornes. Ab dem 16. Jahrhundert diente es als Wachturm, gegen Ende des Osmanischen Reichs als Brandwache, eine Funktion, die der Turm bis in die 1960er Jahre innehatte. Später wurde er privatisiert, renoviert und für den Tourismus geöffnet. Der Eintritt kostet 25 TL und von der obersten Plattform habt ihr einen sehr schönen Blick auf Istanbul.



Sonstige Infos

  • Währung

Die Türkische Landeswährung ist der Türkische Lira. Der Wechselkurs schwankte im Juli 2017 zwischen 1:4 und 1:4,18. Es gibt etliche Geldautomaten verschiedener Banken, an denen man sich Bargeld beschaffen kann. Achtet darauf, dass das Gebühren kostet.

 

  • Einreisebestimmungen für Deutsche Staatsbürger

Ihr könnt mir eurem Reisepass mit mindestem einer leeren Seite einreisen und erhält einen Stempel oder ihr zeigt euren Personalausweis vor und bekommt in diesem Fall einen Registrierungsschein, den ihr bei Ausreise wieder vorzeigen müsst. Schaut auch auf der Homepage des Auswärtigen Amtes nach und informiert euch über aktuelle Reisehinweise.

 

  • Kulinarisches

Die Türkei hat weitaus mehr zu bieten als Döner und Pide. Es gibt unzählig türkische Spezialitäten, durch die ihr euch schlemmen könnt. Probiert mal Kuru Fasülye Pilav, den weissen Bohneneintopf mit Reis, den Balık Ekmek, einem gebratenen Fisch in einem Baguette, den Kokorec, fein geschnittene und gegrillte Lammdärme im Baguette, die SEHR leckeren midye dolma, leicht scharfer Reis mit Zitronensaftüberguss in Miesmuscheln  und und und. Dann gibt es noch die unzähligen Desserts und Süßigkeiten. Ein ganz besondreres Dessert is hier das Künefe, eine warme Süßspeise aus einem besonderen Käse und Kadayif, am besten noch mit einer Schicht Vanille Eis oben drauf. Die Liste der Leckereien ist unendlich lang.

 

  • Hamam

Wer die Türkei besucht, sollte nach Möglichkeit auch ein Türkisches Bad, das so genannte Hamam besuchen. Man wärmt sich nach Geschlechtern getrennt auf einem großen Stein, Der Besucher legt ein spezielles Handtuch (Peştemal) als Lendenschurz an. An den Wänden befinden sich Waschbecken mit warmem und kaltem Wasser, mit dem man sich entweder selbst regelmäßig übergießt, oder man lässt sich von einem „Tellak“ (Bademeister und Masseur) waschen. Dazu wird ein Baumwollsack eingeseift, durch Schwenken mit Luft gefüllt, manuell verschlossen und Schaum aus dem Gewebe auf den Körper gestreift. Im Anschluß kühlt man sich bei einem türkischen Tee ab und kann sich bei einer Massage entspannen. Der wohl teuerste Hamam, der Ayasofia Hürem Sultan Hamam befindet sich neben der Hagia Sophia. Dort kann man sich für stolze 80,-€ pro Person waschen und massieren lassen. Günstiger ist der Sultanahmet- Hamam an der Haltestelle Sultanahmet (200 TL für das komplette Programm).

Tipp: Ich selbst bevorzuge den Tarihi Şifa Hamamı unterhalb der Blauen Moschee. Dort gibt es  Peeling, Schaumbad und Massage für günstige 100TL. Wer jedoch Luxus erwartet, ist in den teueren Hamas besser aufgehoben …

 

  • Sicherheit

Wie in jeder anderen Großstadt der Erde gibt es auch in Istanbul Taschendiebe, Bettler und Betrüger. Geht nachts nicht alleine in Straßen oder Gegenden, wo sonst niemand außer euch ist. Seid grundsätzlich vorsichtig in großen Menschenmengen und wenn jemand besonders freundlich zu euch ist. In Hostels können auch andere Gäste mal etwas einstecken, denkt daran.  Aber all das würde ich euch auch zu Hause in Berlin, Frankfurt, München oder sonst wo empfehlen. Istanbul ist nicht gefährlicher als jede andere große Stadt auch.

Tipp: Ein Scam, von dem ich hier mehrmals gehört habe ist, dass ihr von einem vermeintlich freundlichen Einheimischen angesprochen werdet. Ihr werdet in eine Bar eingeladen, habt anfangs Spaß und am Ende wird euch eine Rechnung mit absolut überzogenen Wucherpreisen vorgelegt. Manchmal wird dann in rabiater Art und Weise auf Zahlung der Rechnung bestanden und man wird von mehreren Personen unter Druck gesetzt. In allen Stadtteilen gibt es übrigens  die Tourist Police, an die ihr euch bei Problemen wenden könnt. Außerdem stehen an sehr viele Ecken Polizei und manchmal auch Militär und zeigen einfach nur Präsenz.


 

Fotos

Jede Menge Impressionen aus Istanbul findest du hier in meiner Fotogalerie 

 


 

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Markus
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Hallo Viktor,

schön, das sieht doch prima aus. Ich muss gestehen, habe grade zu wenig Zeit alles zu lesen und hab mich auf die Fotos gestürzt. Hier ein kleiner Bug auf Deiner Seite. Wenn ich ganz unten im Blogeintrag auf “Vor” klicke, dann läd die Seite neu und ich bin wieder ganz oben. Scroll ich runter, ist da dann auch das nächste Foto. Aber 74 mal neu laden und scrollen ist sicher so nicht gedacht 😉

Beste Grüße und eine tolle Zeit

Markus