Tag 292- Bagan

Tag 293 – 23. März 2018, Bagan/ Myanmar

Begegnungen

Der französische Schriftsteller und Journalist Guy de Maupassant sagte ein mal Es sind die Begegnung mit Menschen, die das Leben lebenswert machen”. Seit ich Deutschland verlassen habe, treffe ich täglich neue, unterschiedliche Menschen aus aller Welt und speziell diese vielen Begegnungen mit Menschen machen das Reisen für mich so wertvoll! Jeder Mensch ist für mich etwas Besonderes. Ganz außergewöhnlich sind für mich jedoch die Begegnungen, die so unerwartet passieren und meist nur von sehr kurzer Dauer sind…

Dass wir in Asien beliebte Fotomotive sind, hat bestimmt schon der ein oder andere Reisende festgestellt. Dass Menschen asiatischer oder auch mal arabischer Herkunft recht häufig danach fragen, ob sie mit mir ein Foto machen dürfen, daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ich bin aber trotzdem jedesmal so verdutzt, dass ich nicht auf die Idee komme, sie darum zu bitten, auch mit meinem Fotoapparat ein Foto zu machen.


In Pekings verbotener Stadt kam mal ein junges chinesisches Pärchen auf mich zu. Er reichte mir deren Fotoapparat und sagt etwas zu mir. Ich deutete es als Bitte, die beiden zu fotografieren und willigte natürlich ein. Aber falsch gedacht! Das Mädchen wollte unbedingt ein Foto MIT MIR machen. Okay, warum nicht? Sie stellte sich  also zu mir, ich versuchte mein Erstaunen zu verbergen und lächelte brav. Als die beiden sich dankend verabschiedeten, schaute ich ihnen noch kurz hinterher. Sie war dermaßen glücklich, sprang und jauchzte wie ein kleines Mädchen und warf sich ihm vor lauter Glück an den Hals  😀 . Ein Foto gibt es leider nicht…

Bei einem anderen Aufenthalt in Peking traf ich einen Taxifahrer. Meine Sprachkenntnisse haben mir nicht weitergeholfen, denn er sprach nur chinesisch. Wir fuhren also 70 km zur chinesischen Mauer und zurück, standen im Stau, er fragte unterwegs etliche Passanten nach dem Weg. Aber wir fanden in dieser Zeit tatsächlich einen Weg, auf irgend eine Art zu kommunizieren und uns gegenseitig aus dem eigenen Leben zu erzählen. Als ich ein Selfie machen wollte, wusste er nicht, was da mache, “drängte” sich ins Bild und es entstand diese außergewöhnliche Aufnahme.

 

 


In Ulan Batar/ Mongolei setzte sich auf einer Parkbank ein kleiner Junge zu mir- einfach so. Ich schätze ihn auf etwa 5. Eine recht alte Frau, vermutlich seine Oma, saß etwas weiter entfernt und bettelte. Ich hatte Kaugummis dabei und gab sie ihm. Er freute sich, wie ich es nur selten gesehen habe, setzte sich zu mir, legte seine Hände auf meinen Schoß und blubberte einfach drauf los. Leider verstand er es nicht, dass ich seine Sprache nicht spreche, denn er erzählte und erzählte. Kurz darauf nahm er meine Wasserflasche an sich und trank, denn wir waren ja jetzt Freunde. Nach etwa 10 Minuten verabschiedeten wir uns und er winkte mir noch eine Weile nach. Dieses Bild werde ich wohl nie vergessen…


Als ich mit meiner Freundin in Siem Reap/ Kambodscha war, passierte das gleiche, diesmal mit ihr. Eine Gruppe von 5 Japanerinnen kam (mich ignorierend 😥 ) auf sie zu und sie musste mit jeder der Damen jeweils ein Foto machen. “You have so beautiful eyes” riefen sie immer wieder- also bin ich offenbar nicht der einzige, der das schon festgestellt hat. Für sie war es das erste mal und sie war total baff. Ich habe natürlich auch von jeder Dame und ihr jeweils ein Foto gemacht…

 


Ich habe die Einwohner Myanmar’s bisher als die freundlichsten Menschen überhaupt kennen gelernt. Man sagt, dass Thailand das Land des Lächelns ist, aber die Burmesen sind doch tatsächlich noch mehr am Lächeln, als die Thais. Manchmal habe ich den Eindruck, sie sind so glücklich, wenn sie mit uns in Blickkontakt treten können und strahlen eine derartige Freude aus, dass ich immer noch unsicher bin, warum sie so mich herzlich anlächeln. Gestern saß ich in einem kleinen Restaurant und eine Burmesische Familie setzte sich an den Tisch neben mich. Der Mann sprach mich an, wir hatten einen kurzen Small Talk und kurz darauf posierte ich für Fotos, mit jedem Familienmitglied- EINZELN. Selbst Mama und Tanten wollten ein Foto mit mir und am Ende spendierte Papa mir einen Limettensaft  😀 .  Leider ist das Foto etwas verwackelt, aber diesmal habe ich zumindest schnell genug reagiert und ebenfalls um ein Selfie gebeten- allerdings mit allen zusammen  😎


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